Frank Wenzel
  Fundstelle Travertinfossilien Burgtonna
 

Der Travertin von Burgtonna,Landkreis Gotha


Bei Begehungen des neu angelegten Steinbruchs von Burgtonna in den Monaten März bis September 2005 
konnte die Binsenschneide Cladium mariscus und die Armleuchteralge Chara s.p. neben zahlreichen Gastropoden
an mehreren Stellen beobachtet werden.An Karstwasserquellen haben sich bis zwanzig Meter mächtige
Süßwasserkalke abgelagert, in denen sich eine warmzeitliche Flora und Fauna vorzüglich erhalten hat. Eichen,
Weinreben und Flieder belegen die optimalen Klimabedingungen ebenso wie Waldelefant, Waldnashorn, Wildschwein
und Sumpfschildkröte.Die Fundbedingungen des südlichsten Steinbruchs (Südfeld 3) ist als gut
zubezeichen.Berühmt wurden die Travertin-Steinbrüche von Burgtonna durch den 1695 gefundenen und vollständig
erhaltenen Waldelefanten Palaeoloxodon.Die wohl besten Funde stammen aus dem Steinbruch Südfeld 1 der jedoch
mittlerweile mit Erdaushub fast vollständig verfüllt wurde.In dem bereits aufgegebenen Südfeld 2 kamen ebenfalls
reichlich Travertinfossilien zum Vorschein,jedoch leider stark übersintert.Mittelpaläolithische Artefakte aus dem Südfeld 1
und Südfeld 2 belegen die Anwesenheit paläolitischer Menschen im Entstehungsraum des Travertines.

Die aktuellen Fundmöglichkeiten im Südfeld 1:
In den oberen Deckschichten lassen sich noch reichlich Gastropoden
aus den lockeren Travertinsanden aufsammeln.

Die aktuellen Fundmöglichkeiten im Südfeld 2: Die Travertinfossilien sind im Südfeld 2 stark überkrustet und lohnen das
mittnehmen nicht.Fundmöglichkeit ist als schlecht zu bezeichnen da der Steinbruch nicht mehr in Betrieb ist.

Die aktuellen Fundmöglichkeiten im Südfeld 3: Es wurden bis jetzt noch nicht solch spektakuläre Fund wie im Südfeld 1 getätigt aber die Fundmöglichkeiten sind als gut bis sehr gut zu bezeichnen.Es können immer diverse Gastropoden und
Wasserpflanzen wie Armleuchteralgen und Binsenschneide geborgen werden.

Die wichtigsten Säugetierfunde: Waldnashorn,Waldbison,Braunbär,Hyäne,Wildschwein,Hirsch.

Die häufigsten Laubbäume: Pappel,Weide,Eiche,Haselnuss.


Anfahrt: Eisenach auf der B 84 nach Bad Langensalza.Von hier weiter in Richtung Erfurt bis Gräfentonna.Im Ort
Gräfentonna nach rechts Richtung Burgtonna.Kurz nach überqueren der Bahnstrecke links auf einem gut befahrbaren
Feldweg bis zum Steinbruch Südfeld 3.Um zu den Steinbrüchen Südfeld 1 und 2 zu gelangen fährt man weiter bis zum
Fussballplatz und biegt hier unmittelbar hinter dem Platz links ein und folgt der Beton-Strasse bis zum Steinbruch.

Präparation: Bei einigen Fossilien wie Säugetierknochen ist ein Ponalwasserbad unumgänglich damit diese nicht
zerfallen.Ansonsten einfach mit Wasser und weichem Pinsel reinigen (Pflanzen,Schnecken e.t.c.)

Museen: Heimatmuseum Bad Langensalza,Museum der Natur Gotha,Heimatmuseum Ohrdruf.

Literatur:

Kahlke,H.D.: Quartärpaläontologie Band 1,Akademi-Verlag Berlin

Wenzel,F.;Der Travertin von Burgtonna und seine Fossilien,Fossilien Heft 2 März/April 2000

Steiner,W;Der Travertin von Ehringsdorf und seine Fossilien,Die Neue Brehm-Bücherei Bd.522



Weiterführende Links zum Thema Travertin aus Thüringen:
www.showcaves.com/english/de/karst/Burgtonna
www.thueringen.de/de/museen/kategorien/natur/index
www.traco.de/erleb-langensalza

Weiterführende Links zum Thema Travertin:
www.natursteinnet.de/deutsch/lexikon/steinkunde
www.chemikus.de/litholexikon/kalktuff
www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Travertin
www.geologie-thueringen.de/navigator/travertin

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