Frank Wenzel
  Barruecopardo
 
Die Wolframmine Coto Merladet von Barruecopardo
 
Im Nordwesten der Provinz Salamanca liegt die Mine Coto Merladet in einer herrlichen Steppen-Granit-Landschaft.Die Wolframmine von Barruecopardo war die grösste Wolfram- und Arsenmine der Provinz und gab vielen Menschen Arbeit.Spektakuläre Kristallstufen sind nicht bekannt,jedoch kommt der Erzsammler voll auf seine kosten.Kalte kurze Winter und lange heisse Sommermonate prägen die ausgedehnte Steppen-Granitlandschaft.Wenige Kilometer westlich bildet der Duero,tief im Gestein eingeschnitten, die natürliche Grenze Spanien/Portugal..Die Felswände am Duero bieten ideale Nistmöglichkeiten für Geier und andere Greifvögel die nicht selten zu beobachten sind.Touristisch ist dieser Provinzteil nicht aufgeschlossen.Alte Steindörfer und auf Esel reitende Menschen geben das Gefühl in einem anderen Zeitalter zu sein .
Anfahrt: Ausgangspunkt der Exkursion ist die berühmte Universitätsstadt Salamanca mit ihren dominierenden Kathedralen und historischen Gebäuden.Der historische Stadtkern Salamancas wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe und Nationaldenkmal erklärt..Von der Provinz Hauptstadt Salamanca fahren wir auf der ausgeschilderten Landstrasse C 517 durch eine herrliche Steppenlandschaft mit Steineichen nach Vitigudino.Von Vitigudino fahren wir weiter auf der C 517 in Richtung Lumbrales bis nach wenigen 100 Metern nach rechts die ausgeschilderte Landstrasse über die Dörfer Guadramiro,Encinasola de los Comendadores und Villasbuenas mit ihren alten Steinhäusern nach Barruecopardo führt.Auf der Fahrt wird man häufig von Theklalerchen,Wiederhopf,Milanen,verschiedenen Falken.-und Geierarten bekleitet.   Schon von weiten können wir linkerhand des Ortes Barruecopardo die grossen Halden und den Förderturm der Wolframmine Coto Merladet sehen.Von Barruecopardo nehmen wir die Landstrasse in Richtung Lumbrales/Saldeana.Der zur Wolframlagerstätte führende Weg zweigt nach wenigen 100 Metern nach rechts zur Mine ab.An den alten Minengebäuden kann der PKW geparkt werden.
Geologie: Die Lagerstätte befindet sich in einem Granitkomplex der sich in der Trias vor 225-190 Millionen Jahren gebildet hat.Die pneumatolitisch-katathermalen Primär-Vererzungen finden sich in Quarzgängen,die die anstehenden Leukogranite (Zweiglimmergranite) durchsetzen.Die Lagerstätte von Barruecopardo ist eine typische Stockwerkvererzung mit einem Netzwerk von Erzgängen.Im Untertagebau wurden die Nord-Süd-Südwest streichenden Erzgänge mit einer Mächtigkeit von 0.02m – 0.30m und mit einer geringen Teufe von 60m abgebaut.Der grosse Haupterzgang welcher sich ebenfalls von Nord-Süd-Südwest erstreckt wurde im Tagebau,mit einer Teufe von 100m,abgebaut.Die im Tagebau angeschnittenen Ost-West streichenden abbauwürdigen Erzgänge wurden Untertage in kleineren Stollen weiter verfolgt und abgebautDer Haupterzgang mit dem Nahmen “El Maestro”(der Meister) erreichte eine Mächtigkeit von 1.00m – 5.00m und eine beachtliche Länge von 1400m.Im allgemeinen sind die primären Wolfram-Lagerstätten in der Provinz Salamanca nicht sehr reich an Erz und sie vertauben bereits in geringen Teufen.
Der Scheelit war der Hauptlieferant für die Wolframgewinnung,der Wolframit spielte dagegen nur eine untergeordnete Rolle.Der Wolframgehalt liegt je nach Mächtigkeit der Erzgänge zwischen 0,5 – 1,5 Kg Wolfram/t.Neben den Zweiglimmergraniten sind auch kaolinisierte Granite,die durch die Zersetzung des Feldspats entstanden sind,zufinden.Die Verwitterungsstrukturen der hügeligen Granitlandschaften weisen eine herrliche charakteristische Wollsack- und Schalenverwitterung auf.
Mineralien: Die Bergbaugeschichte von Barruecopardo reicht bis zu den Anfängen des 20.Jahrhunderts zurück.Die Weltmarktpreise und die unwirtschaftliche Mechanisierung führten 1983 zur Schliessung der Mine Coto Merladet.Die weit ausgedehnten Halden bieten ein reiches Betätigungsfeld für den Mineralien-Liebhaber.Das häufigste Erz-Mineral auf den Halden ist der Arsenopyrit .Es lassen sich bis zu 50Kg schwere,derbe Arsenopyrit-Gangstücke finden die aufgeschlagen auf den Spaltflächen einen herrlichen silbergrauen Metallglanz zeigen.In der Kontaktzone Arsenopyrit/Quarz können bis zu 2cm lange prismatische Arsenopyrit-Kristalle mit typischer Längsstreifung herausgearbeitet werden.Der Arsenopyrit wurde ebenfalls als Nebenprodukt zur Arsengewinnung abgebaut.Die jährliche Förderung lag bei ungefähr 80 – 100 Tonnen Arsenopyrit.Der Arsenopyrit wurde im Pochwerk zerkleinert und in Holzfässer für den Transport abgefüllt.Von den Wolframerzen Scheelit und Wolframit sind nur wenige Belege auf den Halden vertreten.Die Nachfragen der Hüttenwerke im In-und Ausland forderten eine hohe Wolframkonzentration.Ein kleines Pochwerk zerkleinerte die geförderten Wolframerze und anschliessend wurden die schweren Wolframerze auf mit Wasser benetzten,flachgeneigten Rütteltischen durch Ihre hohe Dichte vom Nebengestein separiert und in Säcke transportfertig in Form von hochkonzentrierten Wolframpulver abgefüllt bzw.in Erzsilos gelagert.Der Scheelit ist in unscheinbaren grau und gelblichen körnigen Aggregaten vertreten.Eine UV-Handlampe (KW) kann bei der Suche nach Scheelit sehr hilfreich sein.Der Scheelit zeigt unter UV – Strahlen (kurze Welle 256nm) eine herrliche gelbe Floureszens die durch eingeschlossenen Molybdänit verursacht wird. Auf den Halden kann man derben Wolframit bis max.Fausgrösse finden.Der Wolframit kommt meist in grobkörnigen Aggregaten vor,jedoch auch langprismatische,spiessige Kristalle kommen in kleinsten Hohlräumen vor. In der nähe des Pochwerkes und der Rütteltische sind noch einige vermoderte Säcke gefüllt mit Wolframiterzkonzentrat gelagert.Das in Pulverform vorliegende Wolframiterzkonzentrat zeigt deutlich die typische rotbraune Farbe.Die jährliche Produktion der Wolframerze lag bei ca. 120 – 200 Tonnen. Blättrige schuppige Massen von Muskovit sind sehr
häufig.Tafelige hexagonale Muskovit-Kristalle dagegen sind Glückssache.Kleine hexagonale längliche Kristalle bis 5mm von Apatit sind ebenfalls äusserst selten in den Erzgängen als Begleitmineral vertreten.Häufiger ist der Pyrit in Würfeln mit Kantenlängen bis zu 10mm und derb in den Arsenopyrit-Gangstücken vertreten.Es lohnt auch sich die Quarzgangstücke mit den sichtbaren Pyritadern aufzuschlagen,da in den Hohlräumen schöne Pyrit-xx -Würfel, mit einer Kantenlänge von 0.2 – 0.5 mm vorkommen können.In den Quarzgängen kommen freigewachsene prismatische Milchquarz-xx bis 5cm Länge vor.Einige Quarzgangstücke zeigen eine leichte rauchige (Rauchquarz) Farbe.Grössere Quarz-xx sind meist wachstumsbehindert.Der Molybdänit ist in feinen Schüppchen im Quarz eingewachsen und ist auf den Halden recht selten.Ebenfalls äusserst selten ist der Bleiglanz derb.Der Goethit erscheint in kleinen traubigen Krusten,jedoch nicht sehr schön ausgebildet.Kupferkies ist recht selten und wurde nur in kleinen Derbstücken von ca. 1cm Durchmesser gefunden.Stellenweise kommt der schwarze Turmalin in parallelen strahligen Aggregaten vor.In den Verwitterungszonen der Erzgänge kommt der Skorodit in lauchgrüner erdiger Aggrgatform vor. Ebenfalls an den Verwitterungsbereichen von Erzgängen ist der Chalkanthit gebunden der in grünlichblauer krustiger (Ausblühungen) Aggregatform erscheint.Auch Gold in Form von kleinsten Blättchen und Körnchen im Quarz eingeschlossen sind in wenigen Sammlungen vertreten.
 
Mineral
Bemerkung
Häufigkeit
Arsenopyrit
Bis zu 50Kg schwere,derbe Gangstücke.In der Kontaktzone Quarz/Arsenopyrit längsgestreifte,langprismatische XX
In derben Gangstücken reichlich auf den Halden vertreten!!!
Kristalle selten.
Wolframit
Grobkörnige Aggregate,kleine spiessige XX
Derb selten.
XX äusserst selten
Scheelit
Derbe Aggregate
Intensive gelbes Leuchten unter einer kurzwelligen (256nm) UV-Lampe
Mit hilfe von einer UV-Lampe (KW 256nm) häufig.
Muskovit
Blättrige,dichte Massen.Plattige,hexagonale XX
Blättrige Massen recht häufig.Hexagonale XX selten.
Apatit
Prismatische,hexagonale XX
Sehr selten.
Pyrit
Kubische XX bis 10mm kantenlänge.Derb eingewachsen in Arsenopyrit.
XX sind nicht sehr häufig.Derb recht häufig.
Quarz
Wachstumbehinderte langprismatische XX bis 10cm länge.In Quarzgängen milchige langprismatische XX in guter Ausbildung.Oft rauchige Verfärbung zu erkennen.Als Gangart .
Kleine bis 5cm lange milchige XX selten.Wachstumsbehinderte Quarz-XX häufig.
Molibdänit
Schuppige,blättrige Aggregate in Quarzgängen
Selten
Bleiglanz
Derbe Aggregate
Sehr selten
Goethit
Kleine traubige Krusten
Selten
Kupferkies
Kleine in Quarzgängen eingewachsene derbe Aggregate
Selten
Schörl (Turmalin)
Eisenhaltiger Turmalin (Schörl)
Parallele strahlige Aggregate
Häufig – selten
Skorodit
Erdige Massen in der Oxidationszone
Recht häufig
Chalkanthit
Grünlich-blaue Krusten in Oxidationszonen
Selten
Gold
Winzige Körnchen,Blättchen im Quarz eingeschlossen
Äusserst selten

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